Viele Menschen kennen die Zahl aus ihrer Renteninformation – wissen aber trotzdem nicht, ob sie im Ruhestand ihren gewohnten Lebensstandard halten können. Denn die ausgewiesene Rente ist nicht automatisch der Betrag, der später tatsächlich für Wohnen, Alltag und Freizeit zur Verfügung steht.
In diesem Beitrag erfährst du, was mit der Rentenlücke gemeint ist, wie du sie in wenigen Schritten überschlägig berechnest und welche Rolle eine vermietete Immobilie als möglicher Baustein der Altersvorsorge spielen kann.
Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem monatlichen Betrag, den du im Ruhestand voraussichtlich benötigst, und den Einkünften, die dir dann voraussichtlich zur Verfügung stehen.
Zur Altersvorsorge können neben der gesetzlichen Rente beispielsweise eine Beamtenversorgung, eine betriebliche Altersvorsorge, private Renten, Kapitalvermögen, Mieteinnahmen oder andere regelmäßige Einkünfte gehören. Entscheidend ist deshalb nicht eine allgemeine Durchschnittszahl, sondern deine persönliche Situation.
Was bedeutet das Rentenniveau von 48 Prozent?
Das gesetzliche Rentenniveau liegt 2026 bei 48 Prozent und ist nach aktueller Rechtslage bis 2031 abgesichert. Diese Zahl wird häufig missverstanden: Sie bedeutet nicht, dass jeder später 48 Prozent seines letzten Nettogehalts erhält.
Das Rentenniveau ist eine standardisierte Vergleichsgröße. Gegenübergestellt werden die verfügbare Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst und das verfügbare Durchschnittsentgelt – jeweils nach Sozialbeiträgen, aber vor Steuern. Deine persönliche Rente hängt dagegen von deinen tatsächlich erworbenen Entgeltpunkten, Beitragsjahren und möglichen Lücken im Versicherungsverlauf ab.
Seit dem 1. Juli 2026 beträgt der aktuelle Rentenwert 42,52 Euro. Eine rechnerische Standardrente mit 45 Entgeltpunkten liegt damit bei rund 1.913 Euro brutto pro Monat. Das ist ein Modellfall und ausdrücklich keine durchschnittliche oder garantierte persönliche Rente.
Warum die Renteninformation allein noch nicht genügt
Die Hochrechnung in deiner Renteninformation ist der beste Ausgangspunkt. Für die tatsächliche Ruhestandsplanung solltest du jedoch weitere Punkte berücksichtigen:
- Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung,
- eine mögliche Einkommensteuer auf die Rente,
- die Kaufkraftentwicklung durch Inflation,
- Wohnkosten und mögliche Instandhaltungen,
- bestehende Kredite oder Unterhaltsverpflichtungen,
- zusätzliche Vorsorgeverträge und sonstige Einkünfte sowie
- den gewünschten Lebensstandard im Ruhestand.
Auch künftige Rentenanpassungen lassen sich nicht verlässlich vorhersagen. Die Deutsche Rentenversicherung weist deshalb selbst darauf hin, dass hochgerechnete Eurobeträge wegen der Inflation nicht dieselbe Kaufkraft wie heute haben müssen.
Rentenlücke in vier Schritten berechnen
1. Gewünschtes Monatsbudget im Ruhestand festlegen
Ermittle zunächst, welchen Betrag du nach heutiger Kaufkraft monatlich benötigen würdest. Berücksichtige dabei nicht nur Lebensmittel und Freizeit, sondern auch Wohnen, Versicherungen, Mobilität, Gesundheit, Rücklagen und größere unregelmäßige Ausgaben.
2. Erwartete Alterseinkünfte zusammentragen
Nimm die aktuelle Renteninformation beziehungsweise Versorgungsmitteilung als Ausgangspunkt. Ergänze realistisch erwartbare Betriebsrenten, private Renten, Kapitalerträge oder Mieteinnahmen. Einmalige Vermögenswerte solltest du nicht einfach als dauerhaftes Monatseinkommen behandeln.
3. Abzüge und Kosten berücksichtigen
Schätze Kranken- und Pflegeversicherung sowie mögliche Steuern vorsichtig ein. Die konkrete Belastung hängt unter anderem von der Versicherungsart, dem Rentenbeginn, weiteren Einkünften und den dann geltenden gesetzlichen Regeln ab. Für eine belastbare Berechnung ist fachlicher Rat sinnvoll.
4. Bedarf und verfügbare Einkünfte vergleichen
Die vereinfachte Grundformel lautet:
Gewünschtes Monatsbudget – voraussichtlich verfügbares Alterseinkommen = monatliche Rentenlücke
Ein unverbindliches Beispiel
Eine Person möchte im Ruhestand nach heutiger Kaufkraft monatlich 2.500 Euro zur Verfügung haben. Nach vorsichtiger Schätzung bleiben aus gesetzlicher Rente und betrieblicher Vorsorge nach den individuell angenommenen Abzügen 1.750 Euro verfügbar.
- Gewünschtes Monatsbudget: 2.500 Euro
- Voraussichtlich verfügbar: 1.750 Euro
- Modellhafte Rentenlücke: 750 Euro pro Monat
Diese 750 Euro gelten zunächst in heutiger Kaufkraft. Bei einer nur beispielhaft angenommenen Inflation von zwei Prozent entsp
Welche Faktoren vergrößern die persönliche Lücke?
Eine Rentenlücke entsteht nicht allein durch das allgemeine Rentenniveau. Sie kann insbesondere größer ausfallen, wenn längere Ausbildungszeiten, Teilzeit, Elternzeit, Arbeitslosigkeit, Selbstständigkeit ohne ausreichende Altersvorsorge oder ein vorgezogener Rentenbeginn die Ansprüche reduzieren. Gleichzeitig kann ein hoher Wohn- und Lebensstandard den späteren Bedarf erhöhen.
Wer im Alter mietfrei in einer abbezahlten eigenen Immobilie wohnt, hat häufig einen anderen monatlichen Bedarf als jemand, der weiterhin eine marktübliche Miete trägt. Auch deshalb sind pauschale Aussagen zur „richtigen“ Vorsorgesumme wenig hilfreich.
Wie lässt sich eine Rentenlücke schließen?
Es gibt nicht den einen richtigen Vorsorgeweg. Je nach Einkommen, Sicherheitsbedürfnis, Alter und vorhandenen Rücklagen kann eine Kombination verschiedener Bausteine sinnvoll sein. Dazu können beispielsweise eine betriebliche oder private Altersvorsorge, breit gestreute Wertpapieranlagen, selbst genutztes Wohneigentum oder eine vermietete Immobilie gehören.
Produkte wie Bausparverträge, Versicherungen, ETFs oder Immobilien unterscheiden sich deutlich bei Kosten, Risiken, Verfügbarkeit, Schwankungen und steuerlicher Behandlung. Ein seriöser Vergleich berücksichtigt deshalb immer die konkreten Vertragsbedingungen und arbeitet nicht mit pauschalen Gewinnern oder Verlierern.
Vermietete Immobilien als möglicher Vorsorgebaustein
Eine vermietete Bestandswohnung kann langfristig laufende Mieteinnahmen erzeugen und gleichzeitig durch die Tilgung Vermögen aufbauen. Während der Finanzierung tragen die Mieteinnahmen einen Teil der laufenden Belastung. Abhängig von Einkommen, Objekt und steuerlicher Situation können außerdem steuerlich berücksichtigungsfähige Aufwendungen entstehen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Immobilie automatisch inflationsgeschützt ist, dauerhaft steigt oder sich ohne eigene Belastung finanziert. Kaufpreis, Lage, Finanzierung, Leerstand, nicht umlagefähige Kosten, Rücklagen, Sanierungsbedarf und Mietentwicklung entscheiden darüber, ob das Konzept zur persönlichen Situation passt.
Bei Roese Real Estate stehen sanierte beziehungsweise zur Sanierung vorgesehene Bestandswohnungen in Bayern im Mittelpunkt. Nicht ein einzelnes Projekt, sondern ein einheitlicher Auswahl-, Sanierungs- und Betreuungsgedanke bildet die Grundlage. Jede Berechnung wird individuell und unverbindlich erstellt; pauschale Rendite-, Steuer- oder Verkaufsgarantien gibt es nicht.
Worauf du bei einer Vorsorgeimmobilie achten solltest
- Passt die monatliche Belastung auch ohne optimistische Annahmen zum Haushalt?
- Sind Zustand, Sanierungsumfang und laufende Kosten nachvollziehbar?
- Ist die erzielbare Miete realistisch und nicht nur werblich angesetzt?
- Gibt es ausreichende Rücklagen für Instandhaltung und mögliche Leerstände?
- Wie verändern andere Zinsen, geringere Wertentwicklung oder höhere Kosten das Ergebnis?
- Wurden steuerliche Auswirkungen individuell mit einer Steuerberatung geprüft?
Häufige Fragen zur Rentenlücke
Ist die Rentenlücke bei jedem gleich?
Nein. Sie hängt von den persönlichen Ansprüchen, dem gewünschten Lebensstandard, den späteren Abzügen und allen zusätzlichen Alterseinkünften ab.
Sind 48 Prozent Rentenniveau gleichbedeutend mit 48 Prozent meines letzten Gehalts?
Nein. Das Rentenniveau ist eine standardisierte Verhältniszahl und keine persönliche Ersatzquote. Für deine Planung ist die individuelle Renteninformation maßgeblich.
Kann eine Immobilie die Rentenlücke vollständig schließen?
Das ist möglich, aber keinesfalls garantiert. Die später verfügbaren Mieteinnahmen und das aufgebaute Vermögen hängen von Finanzierung, Objekt, Kosten, Vermietung und Marktentwicklung ab. Deshalb ist immer eine individuelle Prüfung erforderlich.
Die eigene Ausgangslage unverbindlich prüfen
Je früher du deine Rentenlücke realistisch einschätzt, desto mehr Zeit bleibt für passende Entscheidungen. Wenn du wissen möchtest, ob eine vermietete Bestandswohnung grundsätzlich zu deiner finanziellen Situation und deinen Vorsorgezielen passen könnte, kannst du unsere Potenzialanalyse nutzen.
Hinweis: Dieser Beitrag und sämtliche Zahlenbeispiele dienen ausschließlich der allgemeinen, unverbindlichen Orientierung. Sie stellen keine Anlage-, Finanzierungs-, Rechts-, Renten- oder Steuerberatung dar. Künftige Renten, Inflation, Mieten, Kosten, Zinsen und Immobilienwerte können sich anders entwickeln. Steuerliche Fragen sollten individuell mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater geklärt werden.
Quellen und Stand: Deutsche Rentenversicherung (Rentenanpassung und aktueller Rentenwert 2026; Erläuterungen zur Renteninformation), Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Rentenreform 2025 und Haltelinie bis 2031), Statistisches Bundesamt (Verbraucherpreisindex 2025 und Lebenserwartung 2025). Stand: August 2026.

